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SharePoint Learning Kit

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Im vergangenen Monat hatte ich die Möglichkeit das SLK etwas näher unter der Luppe zu nehmen. Alle diejenigen, die beim Kürzel SLK an Mercedes denken, muss ich leider enttäuschen: Die Buchstaben SLK stehen für SharePoint Learning Kit. Es handelt sich hier um eine SharePoint Erweiterung, die Sie gratis von der CodePlex Webseite, die OpenSource Plattform von Microsoft, herunterladen können.

In einem Satz zusammengefasst, könnte man das SLK beschreiben als eine SharePoint Erweiterung, die Lerninhalte wie zum Beispiel Web Based Trainings (WBTs) bereitstellt und verfolgt. Neu wird mit der aktuellen Version auch SharePoint 2010 unterstützt. Alles in Allem fand ich es Zeit den Stier bei den Hörnern zu packen, gerade auch weil mein Arbeitgeber im Bereich E-Learning zu den führenden Anbietern in der Schweiz gehört! Das folgende Bild vermittelt einen ersten Eindruck.

SharePoint Learning Kit Assignment Web Part

Wer sich allerdings mit E-Learning auseinandersetzen will, kann zuerst mit allen Kürzeln und dem Jargon nichts anfangen! Grund dafür ist der SCORM-Standard. Eine gute Einführung habe ich dann auf der Webseite scorm.com gefunden, wo ich folgende Definition von SCORM gefunden habe:

“SCORM is a set of of technical standards which specify how e-learning software should be built. It is the de facto industry standard for e-learning interoperability.”

SCORM beschreibt grundsätzlich die Schnittstelle zwischen einem Learning Management System (LMS) und einem elektronischen Lerninhalt wie zum Beispiel einem WBT. Über diese Schnittstelle werden Daten ausgetauscht. So kann zum Beispiel ein WBT dem LMS melden, dass der Lernende mit dem Kurs angefangen hat oder gerade eine Pause einlegt. Umgekehrt kann das LMS dem WBT beim Neustart nach einer Pause melden wo der Kurs angehalten wurde. Am Ende kann eine Auswertung (Engl. Score) übermittelt werden.

Das SLK, das ursprünglich von Microsoft entwickelt wurde, bietet genau diese Basis-Funktionalität. Für den Laie tönt diese Funktionalität auf Anhieb vielleicht ein wenig dürftig doch das täuscht.

Eine erste Anforderung, der ein Tracker dieser Art gerecht werden soll, ist die Unterstüztung für Rollenbasierten Zugriff. Somit kann ein Trainer den Lernenden Lerninhalte zuweisen und ein Vorgesetzter sieht sofort ob zum Beispiel alle Mitarbeiter den wichtigen Compliance-Kurs bereits absolviert haben.

Eine weitere Anforderung, die vom SLK auf einfacher Art -trotzdem hervorragend- umgesetzt wurde, ist die Möglichkeit für alle Rollen den Fortschritt zu verfolgen. Mittels eines massgeschneiderten und Rollen-sensitiven Web Part kann ein Trainer einfach sehen, wer welche Kurse bereits absolviert hat und wer noch Lernaufgaben zu erledigen hat. Der Web Part steht ebenfalls den beiden anderen Rollen (“Lernendem” und “Manager”) zur Verfügung. Der Lernende sieht somit auf einen Blick mit welchem Kurs er dringend anfangen muss.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist der Aufwand für die Integration eines SCORM-Spielers (eine Anwendung für das “abspielen” von elektronischen Lerninhalten, zum Beispiel im Browser). Der SCORM-Spieler ist im Grunde verantwortlich für die Kommunikation zwischen dem von ihm abgespielten Lerninhalt und dem LMS. Auch wenn SCORM weitgehend standardisiert ist, hat es leider immer noch Raum für Fehlinterpretation der ausgetauschten Daten. Das führt dann zu Fehlern beim Abspielen, Anhalten, Neustarten oder Abschicken von Lerninhalten. Ich habe den SCORM-Spieler mit ein paar Lerninhalten getestet und konnte somit objektiv feststellen, dass nicht alle SCORM-konforme Lerninhalten sich problemlos abspielen lassen. Da allerdings die Quellkode von CodePlex.com heruntergeladen werden kann, steht nix klein Software-Anpassungen im Wege.

Kann SLK einen dedizierten WBT-Tracker ersetzen oder sogar ablösen? Persönlich würde ich diese Frage mit einem klaren “ja” beantworten! Auch wenn es nicht die Mercedes unter den zur Zeit verfügbaren Lösungen ist, bietet das SLK ein paar wichtige Vorteile. So können Lerninhalte einfach in SharePoint abgelegt werden. Wenn Sie SLK als Feature aktivieren, finden Sie im Kontextmenü in der Dokumentenbibliothek eine neue Schaltfläche “E-Learning Actions” (sichtbar im Bild oben). Über diesen Weg gelangen Sie im Herz von SLK und können Kursen definieren und Lernenden zuweisen. Ist SLK aktiviert, dann können Sie ebenfalls einfach den Tracking Web Part auf die Seite platzieren. Somit haben Sie ohne grossen Aufwand Ihre E-Learning Plattform in Ihr SharePoint-Intranet oder in Ihre SharePoint-Collaboration Welt integriert. Würden Sie einen SharePoint Extranet Manager verwenden (ich erzähle Ihnen gerne mehr), dann können Sie einfach Kunden, Partnern und Lieferanten Kurse im Netz anbieten. Und die IT-Abteilung hat ein System weniger das gewartet werden muss.

Gibt es dann keine Kritik? Doch! Auf den ersten Blick ist die Lösung vollständig in SharePoint integriert. Aber das täuscht. Alle Tracking Daten werden nicht in SharePoint Listen gespeichert sondern in einer eigenen Datenbank. Hier hätte im Vorfeld erwartet, dass das Bereitstellen über SharePoint Aufgaben abgewickelt würde. Somit könnte das Planen über einen SharePoint Kalender realisiert werden und die Verwaltung über massgeschneiderte Ansichten. Nichtsdestotrotz können mit SLK einfach in SharePoint Lerngruppen gegründet werden und mit einem Forum oder Wiki erweitert werden. Wie dem auch sei, es ist auf jeden Fall einen guten und kostengünstigen Anfang!

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